SEO ohne eigene Website

So kannst Du auch als Solo-Selbstständige(r) oder kleine Firma heute schon in Google auftauchen,
ohne erst tausende Euro in eine Webseite mit entsprechenden SEO Maßnahmen zu stecken.

Richtig gelesen. SEO (Suchmaschinenoptimierung) geht auch ohne Webseite.

(hol Dir einen Kaffee und lies in Ruhe.
Wir haben ein bisschen was zu besprechen.
Du wirst am Ende einen Umsetzungs-Plan in der Hand haben und wissen,
wie Du Deine Online Reputation schnell mal ordentlich polieren kannst.)

1 | Wie alle Dich sehen – nur Du vielleicht nicht

Dein Telefon klingelt nicht, obwohl Du gutes Handwerk, passgenaue Beratung oder verlässlichen Service bietest? Der Grund liegt häufig in dreizehn Zeichen: Dein Name bei Google.

Mach jetzt – wirklich jetzt – diesen Test und hör auf zu zählen, ob’s wirklich dreizehn Zeichen sind. (Spoiler: Sind’s nicht.):

  • Inkognito-Fenster öffnen.
  • Vor- und Nachname eintippen, dazu vielleicht Deine Stadt.
  • Auf die ersten drei Treffer achten.

 

Die Treffer sind das erste „Kennlerngespräch“ zwischen Dir und potenziellen Kunden.
91 % der Käufer lesen vor einer Entscheidung Online-Informationen.

Wenn Du dort mit einem Zeitungsfetzen von 2008 auftauchst
oder gar nicht, bist Du raus.
Und genau hier setzt dieser Leitfaden an.

In Kapitel 4 erfährst Du übrigens, wie Dein LinkedIn-Profil binnen einer Woche
auf Seite 1 landen kann, auch wenn Du noch nie darauf gepostet hast.
Aber von vorne…

Das Wichtigste in Kürze
  • Eigene Website ist nicht Pflicht
    Du kannst auch ohne Website in Google sichtbar werden (also SEO Maßnahmen ergreifen) – über Plattformen, die Google schon vertraut (LinkedIn, Google-Unternehmensprofil, Presseportale, Podcasts, Slideshare, Medium).

  • Fokus auf geliehene Reichweite
    Nutze Profile, Portale und Plattformen, die schon eine hohe Sichtbarkeit haben. Deine Inhalte profitieren davon sofort.

  • Zeig Fachwissen, keine Werbung
    Schreibe oder sprich so, dass klar wird: Du kennst Dich aus. Kein „Kauf jetzt“-Ton – lieber nützliche Tipps geben.

  • Pflege bringt den SEO Erfolg
    Wichtiger als ein perfekter Start ist, dass Du jede Woche ein kleines Update lieferst (Post, Foto, Tipp, Bewertung).

  • Regelmäßig prüfen
    Einmal im Monat googeln, was über Dich zu finden ist – und falls nötig gegensteuern, indem Du neue, positive Inhalte veröffentlichst.

Das Bild zeigt Holzpuzzleteile, die sinnbildlich für das Puzzle der Online Sichtbarkeit stehen.

 

2 | Warum „erst mal eine Website bauen“ oft kein guter SEO Start ist

Eigene Seiten sind prima. Besonders in Hinblick auf SEO.
Zumindest langfristig.

Doch sie verschlingen:

  • Geld – Hosting, Gestaltung, Texte, Wartung.
  • Zeit – Google schenkt neuen Domains erst nach Monaten Vertrauen.
  • Pflege – Updates, Datenschutz, Technik-Kleinkram.


Gerade zu Beginn brauchst Du als kleiner Betrieb oder Soloselbstständiger aber schneller etwas Sichtbarkeit, die weniger Aufwand und Budget kostet. Hier kommt das Prinzip geliehene Autorität ins Spiel: Wir veröffentlichen dort, wo Google schon Vertrauen aufgebaut hat und surfen einfach mit.

3 | Geliehene Autorität – SEO abkürzen statt Asphaltieren

Plattformen wie LinkedIn, Spotify oder renommierte Presse-Verteiler besitzen einen hohen „Domain-Score“. Google hält ihre Inhalte per Voreinstellung für glaubwürdig. Wenn Du dort einen Eintrag platzierst, wertet die Suchmaschine das fast so, als hättest Du selbst jahrelang Reichweite aufgebaut.

Die Idee ist also simpel: Wir besetzen Suchbegriffe auf fremdem Boden, bevor wir unser eigenes Grundstück teuer erschließen.

4 | Kanal 1: LinkedIn – Turbo für Namens-Suche und Fach-Begriffe

LinkedIn hat laut Moz-Analyse einen Domain-Wert von 98 von 100. Das bedeutet: Gibst Du einen Namen ein, zeigt Google sehr oft genau dieses Profil ganz oben.

Vier schnelle SEO Grundlagen für Dein LinkedIn Profil:

  • Deine Überschrift sollte den Kundennutzen klarmachen.
    Beispiel: „Steuerberater | Spart Dir Papierkram und Stress“.
    Keine Jobtitel-Aufzählung, kein „Inhaber bei XY“. Sofort klarmachen, wem Du welchen Schmerz abnimmst.
  • Die Infobox braucht erstmal nicht viel.
    Was löst Du?
    Für wen?
    (Nutze Alltagssprache, keine Anglizismen. Und mach auf gar keinen Fall den Fehler, dort Deinen Lebenslauf niederzuschreiben!)
  • Fotos – Gesicht, Team, Projekt.
    Keine Stock-Aufnahmen. Google kann inzwischen echte von gekauften Fotos unterscheiden.
  • Optional: Content erstellen
    Nicht mit wenig Aufwand verbunden, bei klarer Zielstellung und Umsetzung mittel bis langfristig aber eine sinnvolle Ergänzung. Zum Beispiel einmal wöchentlich ein kurzer Praxis-Tipp, maximal 120 Wörter. Das hält das Profil lebendig, ohne dass Du täglich posten musst.

5 | Kanal 2: Google-Unternehmensprofil – Dein Laden­schild im Netz

Lokale Suchen sind Chefsache:
Vier von fünf Suchvorgängen haben eine regionale Absicht.

Das Unternehmensprofil (früher „My Business“) wird dabei häufiger angeklickt als jede organische Seite.

Die Pflichtaufgaben für ein SEO freundliches Profil

Punkt

Warum entscheidend

Umsetzung

Adresse & Telefon

Google vergleicht Daten mit Verzeichnissen

Schreibweise überall identisch

Kategorie

Falsche Kategorie = unscharfes Ranking

Möglichst spitz wählen (z. B. „Dachdecker“)

Öffnungszeiten

Seit 2024 ein direkter Positions-Faktor

Einmal pro Quartal prüfen 

Fotos & Beiträge

Frische Signale lassen Dich höher erscheinen

Wöchentlich ein Foto oder kurzes Update

Kostet Dich zehn Minuten pro Woche und bringt Dich oft direkt unter die Karten-Ergebnisse („Map Pack“).

6 | Kanal 3: Bewertungs­portale und SEO – Sterne glitzern, Kasse klingelt

81 % der Deutschen nutzen Google als erste Quelle für Bewertungen.
Sterne sind also die moderne Mund-zu-Mund-Empfehlung.

Drei Regeln

  1. Aktiv fragen – Zufriedene Kunden schreiben selten von allein. Eine höfliche Bitte per E-Mail wirkt Wunder.
  2. Antworten – Jeder Kommentar, ob Lob oder Kritik, verdient Reaktion. Das zeigt Service-Geist.
  3. Einheitliche Daten – gleiche Telefonnummer wie bei LinkedIn, gleiche Schreibweise wie auf Rechnungen.

7 | Kanal 4: Presse­portale & Fach­magazine – Keyword-Sprint in 48 Stunden

Presseportale besitzen enorme Reichweite, weil Journalisten, Blogger und andere Medienschaffende sie auf der Suche nach frischem Content Durchforsten. Ein guter Text kann deshalb schon nach zwei Tagen unter Deinem Wunschbegriff auftauchen. Schnelleres SEO geht kaum.
Dabei geht es nicht zwingend darum, dass jemand auch wirklich Deinen Text veröffentlicht oder drauf verweist. Schon das Auftauchen im Presseportal hat in manchen Fällen einen nahezu sofort sichtbaren Effekt bei Google.

Wichtig ist, dass Du dabei nicht werblich auftrittst. Dein Artikel sollte selbstverständlich auf Deine Zielgruppe ausgerichtet sein, aber er dient, um Dich als jemand vom Fach zu positionieren. Nicht als Werbeanzeige.

So baust Du Deine Pressemitteilung – Schritt für Schritt

1. Überschrift: Haupt-Suchbegriff plus klarer Vorteil

Die Überschrift muss Lust aufs Weiterlesen machen und gleichzeitig zeigen, worum es geht. Dabei den Suchbegriff unauffällig einbauen.
Beispiel: „Restaurationen von alten Möbeln sind oft besser als ein Neukauf“.

Der Leser versteht sofort das Thema, erkennt den Nutzen – und es klingt nicht wie ein Werbeslogan.

2. Einleitung: Wer? Was? Warum relevant?

In den ersten zwei bis drei Sätzen steht: Wer spricht hier, was ist passiert oder wird angeboten, und warum ist das interessant?
Beispiel: „Die Schreinerei Müller aus Saarbrücken hat sich auf die Aufarbeitung alter Möbel spezialisiert. In Zeiten steigender Preise für Massivholzmöbel gewinnt die Restauration nicht nur an Charme, sondern auch an Wirtschaftlichkeit.“

Keine Floskeln wie „Wir sind die Besten“ – lieber auf einen aktuellen Trend, ein Problem oder eine neue Herangehensweise eingehen.

3. Fachliche Einordnung statt Werbebotschaften

Nach der Einleitung folgen ein bis zwei Absätze, in denen das Thema aus Deiner Fachperspektive erklärt wird.

  • Welche typischen Probleme gibt es?
  • Worauf sollte man achten?
  • Welche Lösungen bewähren sich?

Du zeigst, dass Du Dich auskennst, ohne direkt Deine Dienstleistung zu verkaufen.

4. Zwei Zitate: Persönlichkeit zeigen

Zitate lockern den Text auf und machen Dich nahbar. Sie dürfen ruhig emotionaler sein als der Rest, bleiben aber informativ.

„Viele Stücke aus den 50er- und 60er-Jahren sind qualitativ besser als manches heutige Möbel. Sie haben es verdient, noch einmal in voller Pracht zu glänzen.“

„Manchmal staunen Kunden, wenn sie sehen, wie stabil ein alter Schrank nach einer Restauration ist – oft hält er dann noch einmal 30 Jahre.“

5. Kontaktangabe: Neutral halten

Zum Schluss kommen Name, Ort, ggf. Telefonnummer oder E-Mail sowie ein Link auf Dein LinkedIn-Profil oder Dein Google-Unternehmensprofil. Oder Deine Webseite.

Der Link dient nicht als „Jetzt kaufen“-Aufforderung, sondern als seriöse Quelle für weitere Informationen.

Warum diese Art von Pressemitteilung funktioniert

Veröffentlichungschancen steigen – weil der Text wie ein kurzer Fachartikel wirkt, nicht wie Werbung.
Kompetenzsignal – Leser erkennen Dich als jemanden, der weiß, wovon er spricht.
Langfristige Sichtbarkeit – auch ein einzelner gut platzierter Artikel kann monatelang für Dein Kernthema ranken.

Kosten & Wirkung

Kosten: kostenlose Portale oder kleine zweistellige Beträge für Premium-Distribution.

Wirkung: Fachlicher Treffer bei Google, der Vertrauen aufbaut und Deine Expertise sichtbar macht – ohne dass Du direkt verkaufen musst.

8 | Kanal 5: Podcasts – hörbar werden und clever verlinken um den SEO effekt zu nutzen

Podcasts sind nicht nur etwas für Medienprofis. Auch als Solo­selbstständige(r) oder kleines Unternehmen kannst Du als Gast in einer Folge auftauchen – und dabei gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen:

  • Du erreichst Menschen, die lieber zuhören als lesen.
  • Google listet Podcast-Inhalte, vor allem die Shownotes (die Beschreibung der Episode).
  • Du bekommst wertvolle Links, die dauerhaft online bleiben.
  • Das Besondere: Links in den Shownotes

In der Podcast-Beschreibung (Shownotes) können Links platziert werden – und zwar so, dass sie jeder Hörer mit einem Klick erreicht. Das kann ein Link auf Dein LinkedIn-Profil, Deine Website, Dein Google-Unternehmensprofil oder sogar ein spezielles Angebot sein.

Beispiel aus der Praxis:
In dieser Podcast-Folge war ich selbst zu Gast – und wurde in den Shownotes verlinkt:
Podcast-Episode anhören

Das funktioniert auf Spotify, Apple Podcasts, Google Podcasts und vielen weiteren Plattformen gleichermaßen. Die Links dort sind oft jahrelang abrufbar – und weil die Podcast-Seiten selbst eine hohe Sichtbarkeit haben, finden sie nicht nur Hörer, sondern auch Suchmaschinen.

So nutzt Du Podcasts für Deine Sichtbarkeit

  • Gast-Auftritt anfragen – Suche Podcasts, die zu Deinem Fachgebiet passen, und biete ein konkretes, nützliches Thema an.
  • Name & Suchbegriff nennen – während des Gesprächs ruhig einfließen lassen (hilft beim Wiederfinden in der Suche).
  • Shownotes gestalten – bitte den Podcaster, in der Beschreibung einen kurzen Satz zu Dir zu schreiben, plus den gewünschten Link.
  • Weiterverwerten – Schneide kurze Audio- oder Videoclips aus der Episode und teile sie auf LinkedIn, Facebook oder Instagram.

Vorteil gegenüber klassischem Content

Ein gut verlinkter Podcast-Auftritt kann jahrelang auffindbar bleiben – ganz ohne ständige Pflege. Selbst wenn Du in einem Jahr keine neue Folge mehr machst, steht der Link immer noch da und kann Interessenten Direkt zu Dir führen.

Praxisbeispiel: Vom unsichtbaren Profil zum Google-Treffer

Sabine Keller ist Raumausstatterin in einer mittelgroßen Stadt. Sie hat keine eigene Website und wollte trotzdem gefunden werden, wenn jemand ihren Namen oder ihre Leistung sucht.

Ausgangslage:

Ihr Name lieferte bei Google nur einen alten Vereinsbericht und eine Erwähnung in der Lokalzeitung. Sie bekam fast alle Aufträge nur über Weiterempfehlungen.

Was sie umgesetzt hat:

  • LinkedIn-Profil optimiert – Überschrift mit Leistung („Raumausstatterin | Individuelle Wohnideen für Ihr Zuhause“) und drei Projektbilder hochgeladen.
  • Google-Unternehmensprofil erstellt – mit Fotos, Beschreibung, Öffnungszeiten und wöchentlichen Kurz-Updates.
  • Kurze Pressemitteilung auf einem kostenlosen Portal veröffentlicht: Tipps zur Auswahl von Stoffen für Vorhänge, neutral formuliert, mit einem Link auf ihr Google-Profil.

Ergebnis nach drei Wochen:

Bei der Namenssuche standen LinkedIn-Profil und Google-Unternehmensprofil auf Platz 1 und 2.

Die Pressemitteilung tauchte bei der Suche nach „Vorhänge Maßanfertigung + Stadtname“ auf Seite 1 auf.

Zwei neue Anfragen kamen direkt über den Anruf-Button im Google-Profil.

10 | Kanal 6: Slideshare, Medium & Co. – die Guerilla-Plattformen

Variante 1: Slideshare – PDFs, die Google liebt

Slideshare ist eine Plattform, auf der man Präsentationen hochladen kann.

Das Besondere:
Jede Präsentation wird von Google wie eine eigene kleine Webseite behandelt. Auch einzelne Folien können in der Bildersuche auftauchen.

So machst Du es:

  • Überlege Dir ein Thema, zu dem Dich Kunden finden sollen (z. B. „Tipps für den Kauf eines Terrassendachs“).
  • Erstelle eine kurze Präsentation (z. B. in PowerPoint oder Canva) mit 5–10 Folien, einfache Texte + ein Bild pro Folie.
  • Speichere sie als PDF.
  • Lade sie bei Slideshare hoch und gib ihr einen Titel, der genau das beschreibt, worum es geht.


Beispiel:
„Terrassendach kaufen – 5 Tipps vom Fachmann“.

Schreibe in die Beschreibung, wer Du bist und wie man Dich erreicht (z. B. Link zu Deinem Google-Profil oder LinkedIn).

Variante 2: Medium – Artikel schreiben ohne eigene Website

Medium ist eine große Blog-Plattform. Jeder kann dort kostenlos Artikel veröffentlichen – und weil die Seite selbst bei Google hohes Ansehen hat, tauchen die Texte oft schnell in den Suchergebnissen auf.

So gehst Du vor:

Wähle ein Thema, nach dem Leute suchen, das aber nicht zu allgemein ist.
Das kann zum Beispiel sein: „Terrassendach Alu München“ statt nur „Terrassendach“.

➜ Das nennt man „long tail Keyword“ – sie sind oft weniger umkämpft und dadurch leichter zu besetzen.

  • Schreibe einen Artikel mit ca. 500–600 Wörtern.
    Nutze einfache Sprache, so als würdest Du einem Bekannten am Küchentisch etwas erklären.
  • Baue zwischendurch praktische Tipps ein, damit der Text nützlich ist.
  • Am Ende stellst Du Dich kurz vor und setzt einen Link dorthin, wo man Dich am besten findet (Google-Unternehmensprofil, LinkedIn oder ggf. Website).

Warum das funktioniert
Du musst keine eigene Website haben, um Artikel oder Präsentationen ins Netz zu bringen.
Google vertraut den Plattformen – Deine Inhalte bekommen dadurch mehr Sichtbarkeit.
Du baust „Fundstücke“ auf, die bleiben: Wer in einem halben Jahr nach Deinem Thema sucht, kann Deine Präsentation oder Deinen Artikel immer noch finden.

11 | Extratipps für Fleißige

Quora, Gutefrage – Eine präzise Antwort mit Suchwort im Titel landet oft in den Top 10.

Branchen­verzeichnisse – Handwerkskammer, Berufsverband, Innung. Die Daten erscheinen auch in Google.

PDF-Whitepaper – Lässt sich als Freebie anbieten, rangiert gleichzeitig in der Suche.

12 | Der SEO-Garten – warum kleine Gießkannen wichtiger sind als große Bagger

Suchmaschinen-Pflege ähnelt Gartenarbeit: Einmal anlegen, immer wieder gießen. Wer alle drei Monate schaut, was unter seinem Namen erscheint, verhindert Wildwuchs alter Vereins­berichte oder Kartei-Leichen.

Und wie Du jetzt weißt, kannst Du schon mit recht einfachen Mitteln viel erreichen.

13 | Achtung, Stolperfallen (und wie Du sie seitlich umgehst)

  • Nummern-Chaos
    Unterschiedliche Telefon­nummern verwirren Google. Halte sie überall identisch.
  • Fach-Sprech
    „Omnichannel“, „Revenue Stream“? Deine Kundschaft will Klartext.
  • Verwaiste Profile
    Letzter Post 2022? Sieht nach Stillstand aus.
  • Copy-Paste
    Gleicher Absatz in fünf Portalen ist verschenktes Potenzial – Google filtert Wiederholungen.

14 | Messen ohne Technik-Roman

Du musst keine teuren Programme oder komplizierten Tabellen haben, um zu sehen, ob Deine Sichtbarkeit wächst. Drei einfache Schritte reichen:

  1. Einfach selbst googeln
    Tippe Deinen Namen (oder Firmennamen) in Google ein.
    ➜ Schau, was auf der ersten Seite erscheint. Sind es die Treffer, die Du dort haben willst?
  2. LinkedIn kurz checken
    Öffne Dein LinkedIn-Profil und klick auf „Statistiken“.
    ➜ Dort siehst Du, wie viele Leute Dein Profil angesehen haben und mit welchen Begriffen sie Dich gefunden haben.
  3. Google-Unternehmensprofil anschauen
    Melde Dich bei Deinem Google-Unternehmensprofil an.
    ➜ Dort steht, wie oft Leute Dich angerufen, auf Deine Webseite geklickt oder nach einer Route zu Dir gesucht haben.

Das Ganze dauert keine fünf Minuten. Wichtig ist nicht, dass die Zahlen perfekt aufbereitet sind – wichtig ist, dass Du regelmäßig hinschaust. Nur so merkst Du, ob Deine Maßnahmen wirken oder ob Du etwas ändern solltest.

15 | Die 5-Punkte-Checkliste – ausdrucken, abhaken

Druck sie Dir aus, leg sie auf den Schreibtisch und hake ab.
Das dauert pro Woche kaum länger als ein Kaffee.

1. Profil-Check

  • Was? Dein LinkedIn- und Google-Unternehmensprofil müssen komplett ausgefüllt sein – mit Foto, Beschreibung, Kontakt, Öffnungszeiten.
  • Warum? Unvollständige Profile wirken wie ein halbfertiger Laden.
  • Wie? Nimm Dir heute 15 Minuten und füll die Lücken.

2. Suchbegriff festlegen

  • Was? Ein klarer Begriff, den Deine Kunden wirklich nutzen.
    Beispiel: statt „Montageservice“ lieber „Dachdecker Bad Tölz“.
  • Warum? Wer nach Dir sucht, findet Dich nur, wenn Du ihre Worte benutzt.
  • Wie? Frag zwei bis drei Kunden, was sie bei Google eintippen würden, um Dich zu finden – nutze genau das.

3. Jede Woche ein Lebenszeichen

  • Was? Ein kurzer Post auf LinkedIn oder ein Update im Google-Profil (Foto, Tipp, Hinweis).
  • Warum? Frische Inhalte zeigen Google und Interessenten: Du bist aktiv.
  • Wie? Stell Dir eine Erinnerung auf dem Handy für einen festen Wochentag.

4. Bewertungen pflegen

  • Was? Mindestens einmal im Monat neue Bewertungen sammeln und alle beantworten – auch die positiven.
  • Warum? Sterne schaffen Vertrauen und beeinflussen Dein Ranking.
  • Wie? Nach Abschluss eines Projekts aktiv um eine Bewertung bitten – am besten per kurzer WhatsApp oder E-Mail mit Link.

5. Monatlicher Such-Check

  • Was? Einmal im Monat selbst googeln (Name + Stadt, Hauptsuchbegriff).
  • Warum? So erkennst Du sofort, ob sich neue Treffer eingeschlichen haben, die nicht passen.
  • Wie? Falls Du etwas Unerwünschtes findest: schnell gegensteuern – mit neuen Inhalten, die Google lieber zeigt.

Tipp:
Markiere im Kalender vier feste Termine im Jahr, an denen Du Dir 30 Minuten Zeit nimmst, um alle fünf Punkte in Ruhe durchzugehen. So bleibt Deine Online-Präsenz sauber und aktuell.

16 | Siehste? – Sichtbarkeit geht auch ohne Budget-Grab 😉

  • Eine Website ist hilfreich, aber nicht zwingend für den Anfang.
  • Geliehene Autorität bringt Dich schon morgen in die Trefferliste.
  • Kontinuierliche Kleinpflege schlägt teure Einmal-Aktion.

In meinem LinkedIN DIY Newsletter gibt es übrigens erste Anregungen, um auf LinkedIn mit Content zu starten. In den ersten sechs Lettern bekommst Du Thema und fertiges Template direkt und kostenlos in Dein Postfach. Trag Dich ein, wenn Dich das interessiert.

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