ChatGPT vs. Midjourney: So schreibst du funktionierende Prompts.
Warum funktionieren meine Prompts bei ChatGPT super,
bei Midjourney aber kommt nur Quatsch raus?
Die KI versteht mich gar nicht..
Richtig.
Du sprichst einfach die falsche Sprache.
Sprachmodelle und Bildgeneratoren „denken“ komplett verschieden.
Da die KI’s unterschiedlich trainiert wurden.
Wenn du aber weißt, wie beide Systeme ticken,
wirst du automatisch besser prompten und bekommst die Ergebnisse, die du willst.
Das Wichtigste in Kürze
- ChatGPT wurde mit Texten und Gesprächen trainiert.
- Midjourney wurde mit Bildbeschreibungen trainiert.
- „Gute Prompts“ sehen deshalb unterschiedlich aus:
– ChatGPT braucht Rollen, Ziele, Struktur.
– Midjourney will klare Begriffe, Stilwörter, Parameter. - Wer die Denkweise der KI versteht, holt aus beiden Tools deutlich mehr raus.
Warum der richtige Prompt bei KI den Unterschied macht
Wenn Du mit einer KI arbeitest, ist Dein Prompt, was die Zeichnung für den Handwerker ist.
Ob Du mit ChatGPT textest oder mit Midjourney Bilder generierst,
Deine Eingabe entscheidet darüber, was am Ende rauskommt.
Beide Systeme reagieren auf Text.
Aber sie tun es auf völlig unterschiedliche Art und Weise.
Und genau da liegt der Knackpunkt.
Was ist eigentlich ein Prompt?
Ein Prompt ist eine gezielte Eingabe in natürlicher Sprache oder als Schlagwortkombination,
die eine KI zu einer gewünschten Reaktion bringt. So weit, so simpel.
Aber: Je nach System bedeutet „guter Prompt“ etwas komplett anderes.
Während ChatGPT ganze Konversationen versteht und Zusammenhänge analysiert,
reagiert Midjourney auf einzelne Begriffe, Stilvorgaben und Parameter.
Zwei Maschinen – zwei Sprachen.
ChatGPT vs. Midjourney: Wo ist der Unterschied ?
Um wirklich zu verstehen, warum ChatGPT und Midjourney
so unterschiedlich auf Prompts reagieren, hilft ein Blick auf ihre „Kindheit“.
ChatGPT hat das meiste seiner „Intelligenz“ aus Gesprächen,
Artikeln und Foren gelernt. Es kennt also Satzbau, Argumentationsketten, Redewendungen.
Und vor allem: Es „versteht“ Kontext.
Midjourney dagegen wurde mit Milliarden von Bildbeschreibungen trainiert.
Es hat gelernt: Wenn jemand schreibt „a red barn in the snow“,
ist auf dem dazugehörigen Bild oft eine rote Scheune im Schnee zu sehen.
Also sucht Midjourney nach passenden Bildmustern zu Deinen Worten
und nicht nach dem grammatikalischen Sinn dahinter.
Kurz gesagt:
ChatGPT denkt wie ein Unterhalter oder Texter.
Midjourney denkt wie ein Bildarchiv.
Wie ChatGPT mit Prompts umgeht
ChatGPT denkt in Zusammenhängen.
Wenn Du ChatGPT Dein Freund und Praktikant gelesen hast,
weißt Du ja, wie der Blechkopp tickt.
Er erkennt Rollen, Aufgaben, Ziele und zieht daraus seine Schlüsse.
Promptest Du nur „Schreib mal was über Nachhaltigkeit“,
bekommst Du irgendwas Generisches,
was irgendwie, irgendwo, vielleicht ein bisschen passen könnte.
Wenn Du aber im Prompt konkret schreibst:
- „Du bist ein erfahrener Texter.
- Ziel: ein inspirierender Newsletter über nachhaltigen Konsum.
- Ton: motivierend, klar.
- Länge: drei Absätze + Call-to-Action.“
… bekommst Du schon deutlich bessere Ergebnisse von der KI.
Kontext ist (fast) alles
ChatGPT merkt sich, was Du vorher geschrieben hast.
Es baut auf Deinen Aussagen auf. Wenn Du vorher schreibst,
dass Du einen Text für LinkedIn brauchst und danach nur noch
„Mach’s kürzer“ tippst, weiß der Blechkopp trotzdem, worum’s geht.
So verarbeitet Midjourney einen Prompt
Midjourney braucht keine vollständigen Sätze.
Kein „Bitte“, kein „Danke“.
Ein Prompt für die Bilder KI sieht eher etwas technischer aus:
„cyberpunk city, neon lights, dark alley, rain, cinematic –v 6 –ar 16:9“
Das sind keine Sätze, sondern Zutaten. Je klarer Du sie wählst, desto besser wird das Bild.
Kommas, Parameter und Stil
- Kommas trennen Inhalte und Stilelemente
- Parameter wie –ar (Seitenverhältnis) oder –v (Version) steuern die Technik
- Stichworte wie „hyperrealistic“, „watercolor“ oder „isometric“ bringen Atmosphäre rein
Satzbau? Interessiert Midjourney nicht die Bohne.
Prompt Beispiel ChatGPT vs. Midjourney: Magischer Wald bei Nacht
📝 ChatGPT-Prompt:
„Du bist ein Fantasy-Autor.
Beschreibe einen magischen Wald bei Nacht,
aus der Sicht eines Elfen, der heimlich durch das Unterholz streift.“
🖼 Midjourney-Prompt:
„enchanted forest at night,
glowing mushrooms,
soft mist,
moonlight,
fantasy art,
–ar 16:9 –v 6“
Der Unterschied der Prompts ist deutlich:
- Bei ChatGPT geht’s um Perspektive, Stimmung, Geschichte.
- Midjourney will nur die Zutaten für das Bild.
Typische Fehler, die Du beim Prompten von Midjourney vs. ChatGPT vermeiden kannst
Fehler bei ChatGPT:
- Unklare Aufgabenstellung („Mach mal einen Text über XY“)
- Keine Rolle oder Zielsetzung
- Zu viel auf einmal („Mach’s kreativ, aber auch sachlich, aber auch bitte witzig…“)
Fehler bei Midjourney:
- Zu viele Stilrichtungen auf einmal
- Grammatik statt Klarheit
- Keine Parameter – also: keine Kontrolle über das Format
Schnellcheck: So unterscheiden sich beide Systeme
Aspekt | ChatGPT | Midjourney |
Gelernt aus | Gesprächen, Texten, Sprache | Bildbeschreibungen, Keywords |
Ziel | Inhalte verstehen & erzeugen | Bilder aus Wörtern erzeugen |
Prompt-Stil | Aufgabenbeschreibung im Fließtext | Zutatenliste schreiben: am liebsten nur Schlagworte |
Struktur | Rolle, Ziel, Ton, Format, Kontext | Szene, Objekt, Stil, Licht, Parameter |
Fehlerquelle #1 | Kein Kontext | Unklare Begriffe |
Häufige Fragen – kurz & direkt beantwortet
Warum reagiert ChatGPT manchmal seltsam auf Nachfragen?
Weil es ohne Zusammenhang nur raten kann.
Wenn Du mittendrin „Mach das bitte kürzer“ schreibst, ohne Bezug wird’s oft unklar.
Besser:
- Bezug zum vorherigen Prompt geben
- Klar sagen, was Du meinst („Mach den Newsletter-Text kürzer und sachlicher“)
- Konsequent bleiben in Ton und Ziel
Wie bringe ich ChatGPT dazu, kreativer zu schreiben?
Kreativität entsteht nicht von allein.
Du musst die Bedingungen dafür setzen.
Das heißt: klare Rolle, klarer Stil, ein Beispiel hilft enorm.
Hilfreiche Angaben:
- Wer spricht? („Du bist Comedy-Autor…“)
- Tonfall („ironisch, locker“)
- Format („3 Social-Media-Posts à 50 Wörter“)
- Beispiel, wenn Du eins hast
Kann man ChatGPT und Midjourney kombinieren?
Absolut – das macht sogar Sinn.
ChatGPT kann Dir kreative Bildideen liefern,
Story-Elemente ausdenken oder komplette Prompts für Midjourney bauen.
Kombinationsmöglichkeiten:
- Textbeschreibung → Bildidee
- Szenenaufbau mit ChatGPT → Visualisierung mit Midjourney
- Moodboards durchspielen → bessere Kreativarbeit
Was bedeutet „–v 5“ oder „–v 6“ bei Midjourney?
Das sind die Versionsnummern des Bildgenerators.
Jede neue Version bringt Änderungen mit.
Oft mehr Details, besseres Verständnis oder neue Stilmerkmale.
Kurz erklärt:
- –v 5: ältere Version, etwas weicher im Look
- –v 6: aktueller Standard, sehr präzise, besseres Sprachverständnis
- Versionswechsel kann das Ergebnis deutlich verändern
Warum sehen Midjourney-Prompts oft merkwürdig aus?
Weil sie für Menschen nicht geschrieben sind – sondern für eine Maschine.
Du brauchst keine schönen Sätze, sondern die richtigen Zutaten.
Aufbau eines typischen Prompts:
- Hauptmotiv („cyberpunk city“)
- Details („neon lights, rain, reflections“)
- Stil und Perspektive („wide angle, cinematic“)
- Parameter (–ar 3:2, –style raw, etc.)
Kann ich ChatGPT dazu bringen, gute Midjourney-Prompts zu schreiben?
Ja. Wenn Du ChatGPT richtig steuerst,
kann es Dir passende Bildprompts bauen – in jedem Stil.
Du musst nur klar formulieren, was Du willst.
Beispiel-Prompt an ChatGPT:
„Erstelle mir 3 Midjourney-Prompts für einen düsteren Science-Fiction-Wald,
im Stil von Giger. Format: 16:9, Version 6.“